Kooperationen, 7 Tipps für eine erfolgreiche Zusammenarbeit

Meist sind es nicht gerade Erfolgsgeschichten, wenn man als Beraterin einen Deal NICHT macht, aber als Beraterin darf man nur das Wohl des Kunden und nicht das eigne Ego in den Mittelpunkt stellen:

B. hat ein kleines Softwareunternehmen mit 4 Mitarbeitern. Kürzlich erhielt er ein Angebot, gemeinsam mit einem anderen Unternehmen einen großen Auftrag für die Entwicklung einer Software für ein internationales Unternehmen. Da B. ein besonnener Unternehmer ist, kam er mit dem Anbot zu mir. Wir haben uns dieses im Detail angesehen. Schließlich kamen wir überein, dass es in dem Vertrag bzw. dem Angebot so viele „Fallen“ gab, dass B. entschied das Anbot ohne Nachverhandlungen auszuschlagen.

Eine kluge Entscheidung wie sich zeigte, denn nur wenige Wochen später war klar, dass der Anbieter niemals in der Lage gewesen ist, seinen Vertragsteil zu erfüllen.

Wer immer mit anderen Unternehmen kooperiert, sollte sich dessen bewusst sein, dass damit nicht nur eine Chance verbunden ist (Zugang zu Kunden/Projekten, die man womöglich alleine nicht hätte, geteiltes Risiko, …) sondern auch entsprechende Risiken.

Wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Kooperation ist jedenfalls eine sehr gründliche Vorbereitung und eine möglichst detaillierte Vertragsgestaltung. Wer vorher darin investiert wird sich im Streitfall einiges an Kosten, Zeit und Nerven sparen.

Tipp 1: Schauen Sie sich Ihren Kooperationspartner gut an, überprüfen Sie seine Angaben soweit wie möglich. Nur weil jemand schon lange am Markt tätig ist, bedeutet dass noch lange nicht, dass man voll vertrauen kann. Achten Sie besonders darauf, ob Ihr zukünftiger Partner überhaupt in der Lage ist, seinen Teil des Vertrages zu erfüllen (hat er die Kompetenzen dafür, hat er ausreichend qualifizierte Mitarbeiter, kann er allenfalls notwendige finanzielle Vorleistungen erfüllen, …).

Tipp 2: Wenn Sie das Angebot bekommen, sich an einem Projekt zu beteiligen, fragen Sie sich nach dem Grund. Haben Sie Kompetenzen/Fähigkeiten/Möglichkeiten/Kapazitäten, die der Anbieter nicht hat oder möchte er lediglich das Risiko für ihn selbst reduzieren?

Fragen Sie sich auch, ob Sie mittel- oder langfristig von dieser Zusammenarbeit profitieren, z.B. durch Zugang zu neuen Märkten oder Kundenkreisen, etc.. Überprüfen Sie, ob das mit Ihrer Unternehmensplanung zusammenpasst.

Tipp 3: Wenn es (jetzt) nicht passt, dann passt es eben nicht. Es hilft gar nicht, wenn Sie Zugang zu neuen Märkten haben, wenn sie womöglich nicht die Kapazitäten haben, dort Fuß zu fassen oder wenn Ihre strategische Unternehmensplanung in eine ganz andere Richtung geht.

Tipp 4: Ein Deal, der sich für Sie finanziell nicht rechnet, ist ein schlechter Deal. Lassen Sie die Finger davon.

Tipp 5: Lassen Sie sich bei der Gestaltung der Verträge unbedingt beraten. Wählen Sie einen Berater IHRES Vertrauens (das muss nicht zwingend der Vertragserrichter sein). Beachten Sie: ein Anwalt ist seinem Klienten verpflichtet, nicht der Gerechtigkeit!

Tipp 6: Sind behördliche Vorschriften einzuhalten beachten Sie selbst diese penibel, drängen Sie aber auch Ihren Partner zur Einhaltung bzw. mahnen Sie diese auch ein (NACHWEISBAR! Z.B. durch Korrespondenz oder in Protokollen, die unterfertigt werden).

Tipp 7: Seien Sie ein fairer Partner. Erfüllen Sie Ihre vertraglich übernommenen Verpflichtungen. Sollten Sie dazu, aus welchen Gründen auch immer, nicht in der Lage sein, informieren Sie Ihren Partner so früh und so offen wie möglich, sodass allenfalls Ersatz gesucht werden kann. Der gute Ruf ist schnell ruiniert aber nur sehr schwer wiederaufzubauen.

Wenn Sie diese Punkte beachten, sollte einer erfolgreichen und gedeihlichen Zusammenarbeit nichts im Wege stehen.

 

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